Vollkeramikkrone in Berne – Ablauf, Materialien, Kosten und Festzuschuss

Ein Zahn braucht eine Krone nach tiefer Karies, einer Wurzelbehandlung oder einem Zahnbruch. Für viele Patientinnen und Patienten stellt sich dann sofort die Frage: Muss es eine Krone mit Metall sein, oder gibt es eine Lösung, die natürlich aussieht und gut verträglich ist? Genau hier kommt die Vollkeramikkrone ins Spiel.

In unserer Zahnarztpraxis in Berne beraten wir Sie in Ruhe und auf Augenhöhe, welche Kronenart zu Ihrem Zahn, Ihrem Anspruch und Ihrem Budget passt. Dieser Ratgeber erklärt verständlich, was eine Vollkeramikkrone ist, welche Materialien es gibt, wie die Behandlung abläuft, was sie kostet und wie viel Ihre Krankenkasse über den Festzuschuss übernimmt. Selbstverständlich sind wir auch für Patientinnen und Patienten aus Brake, Elsfleth, Ganderkesee/Bookholzberg, Hude und Lemwerder da.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Vollkeramikkrone ist komplett metallfrei, sieht dem natürlichen Zahn zum Verwechseln ähnlich und ist besonders gut verträglich. Ideal bei Metallunverträglichkeit.
  • Materialien: Zirkonoxid (sehr stabil, top für Backenzähne) und Lithiumdisilikat / Glaskeramik (besonders lichtdurchlässig, top für Frontzähne).
  • Festzuschuss 2026: Für eine Einzelkrone zahlt die gesetzliche Kasse 239,03 € (ohne Bonusheft), 278,87 € (nach 5 Jahren) bzw. 298,79 € (nach 10 Jahren); im Härtefall 398,39 €.
  • Kosten: Eine Vollkeramik-/Zirkonkrone liegt meist bei rund 560–1.140 € pro Zahn. Nach Festzuschuss verbleibt ein Eigenanteil im mittleren bis hohen dreistelligen Bereich.
  • Tipp: Ab 1.1.2027 sinken die Festzuschüsse. Wer 2026 einen Heil- und Kostenplan (HKP) genehmigen lässt, sichert sich noch die höheren Sätze.
  • Wichtig: Alle Preise sind eine unverbindliche Orientierung – verbindlich ist Ihr individueller Heil- und Kostenplan.

Was ist eine Vollkeramikkrone?

Eine Krone ist eine Schutzhülle, die einen stark geschädigten Zahn vollständig umfasst und ihm Form, Stabilität und Funktion zurückgibt. Eine Vollkeramikkrone besteht, anders als die klassische Metallkeramikkrone, vollständig aus Keramik und kommt ganz ohne Metallkern aus. Das Licht durchdringt sie ähnlich wie einen echten Zahn, wodurch sie sehr natürlich wirkt. Der dunkle Rand am Zahnfleisch, der bei metallhaltigen Kronen mit den Jahren sichtbar werden kann, entfällt.

Damit ist die Vollkeramikkrone eine Form des hochwertigen Zahnersatzes, die Ästhetik und Verträglichkeit verbindet. Wenn Sie wissen möchten, wie der Weg zu passendem Zahnersatz in unserer Praxis grundsätzlich abläuft, finden Sie einen Überblick auf unserer Seite zur Prothetik.

Materialien: Zirkonoxid und Lithiumdisilikat im Vergleich

Vollkeramik ist nicht gleich Vollkeramik. In der modernen Zahnmedizin kommen vor allem zwei Werkstoffe zum Einsatz, die wir je nach Zahn und Anspruch auswählen.

Zirkonoxid (Zirkonkrone)

Zirkonoxid, oft Zirkonkrone oder Zirkoniumdioxid genannt, ist eine besonders hochfeste Keramik und das Arbeitspferd der modernen Prothetik. Sie hält hohem Kaudruck problemlos stand und eignet sich deshalb hervorragend für die stark belasteten Backenzähne (Seitenzähne) sowie für Brücken. Neuere, lichtdurchlässigere Zirkonvarianten sind inzwischen auch für sichtbare Frontzähne ästhetisch sehr gut geeignet.

Lithiumdisilikat (Glaskeramik, z. B. e.max)

Lithiumdisilikat ist eine besonders lichtdurchlässige Glaskeramik und gilt als Goldstandard für ästhetische Frontzahnkronen und Veneers. Sie wird adhäsiv, also mit einer Klebetechnik, befestigt, was den verbliebenen Zahn zusätzlich stabilisiert. Für sichtbare Einzelzähne ist sie oft die erste Wahl, wenn es auf maximale Natürlichkeit ankommt.

Vollkeramik oder Metallkeramik – was ist der Unterschied?

Die klassische Regelversorgung der Kasse ist im Seitenzahnbereich eine Metallkrone (Vollgusskrone) und im sichtbaren Bereich eine metallkeramische Krone (VMK) mit einem Metallgerüst und einer zahnfarbenen Verblendung. Sie ist robust und bewährt. Die Vollkeramikkrone punktet dagegen mit folgenden Vorteilen:

  • Ästhetik: kein Metallgerüst, das Licht blockiert, und kein dunkler Zahnfleischrand. Besonders relevant bei Frontzähnen.
  • Verträglichkeit: Metallfrei und sehr gut biokompatibel, ideal bei Metallunverträglichkeit oder -allergie.
  • Stabilität: Modernes Zirkonoxid steht der Metallkeramik in der Belastbarkeit kaum noch nach.

Ob Krone, Brücke oder eine andere Lösung sinnvoll ist, hängt vom Einzelfall ab. Bei einer größeren Lücke kann etwa auch die Frage Implantat oder Brücke eine Rolle spielen. Das besprechen wir in Berne individuell mit Ihnen.

Ablauf: So bekommen Sie Ihre Vollkeramikkrone in Berne

Von der ersten Beratung bis zur fertigen Krone durchlaufen Sie in der Regel diese Schritte:

  1. Beratung & Planung: Wir untersuchen den Zahn, fertigen bei Bedarf ein Röntgenbild an, besprechen die Materialoptionen und erstellen Ihren Heil- und Kostenplan (HKP), den Ihre Krankenkasse genehmigt.
  2. Beschleifen (Präparation): Der Zahn wird schonend vorbereitet, bei Bedarf mit einem Aufbau stabilisiert.
  3. Abformung: Klassisch mit Abformmasse oder komfortabel digital per Intraoralscanner. Ganz ohne unangenehmen Abdruck.
  4. Provisorium: Ein Provisorium schützt den beschliffenen Zahn, bis die endgültige Krone fertig ist.
  5. Herstellung: Die Krone wird im Labor oder digital per CAD/CAM gefertigt und exakt an Ihre Zahnfarbe angepasst.
  6. Einsetzen: Die Krone wird eingesetzt, geprüft und fein angepasst. Danach folgt ein Kontrolltermin.

Als Zahnarzt und Zahntechniker legt Uwe Remmers besonderen Wert auf einen passgenauen, funktionsgerechten Sitz jeder Krone. Mehr über ihn und unser Team erfahren Sie auf den jeweiligen Seiten.

Wie lange hält eine Vollkeramikkrone?

Vollkeramikkronen sind sehr langlebig. Klinische Studien zeigen Überlebensraten, die mit denen von Metallkeramikkronen vergleichbar sind. Für Lithiumdisilikatkronen etwa rund 96 % nach neun Jahren. In der Praxis bedeutet das häufig eine Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren und länger. Wie lange Ihre Krone hält, hängt aber stark von Ihrer Mundhygiene, regelmäßigen Kontrollterminen und Ihrer Kaubelastung ab. Eine feste Garantie kann seriös niemand geben.

Wer nachts mit den Zähnen knirscht (Bruxismus), belastet auch hochwertige Kronen stärker. In solchen Fällen kann eine Schutzschiene sinnvoll sein. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Thema Zähneknirschen und Aufbissschiene. Eine gute Prophylaxe und professionelle Zahnreinigung trägt zusätzlich dazu bei, dass Ihre Krone lange hält.

Festzuschuss 2026: Was zahlt die Krankenkasse?

Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt bei Zahnersatz einen sogenannten befundbezogenen Festzuschuss. Das heißt: Maßgeblich ist der Befund (also der Zustand des Zahns), nicht die gewählte Krone. Der Zuschuss ist für eine Metall-, Keramik- oder Zirkonkrone gleich hoch. Höherwertige Materialien erhöhen nur Ihren Eigenanteil.

Der Basiszuschuss beträgt 60 % der Regelversorgung. Mit lückenlos geführtem Bonusheft steigt er nach 5 Jahren auf 70 % und nach 10 Jahren auf 75 %. Für eine einzelne Krone (Befund 1.1) gelten 2026 folgende Beträge:

BonusstufeFestzuschuss 2026Voraussetzung
Ohne Bonus (60 %)239,03 €kein lückenloses Bonusheft
Bonus 1 (70 %)278,87 €Bonusheft ≥ 5 Jahre lückenlos
Bonus 2 (75 %)298,79 €Bonusheft ≥ 10 Jahre lückenlos
Härtefall (100 %)398,39 €geringes Einkommen / auf Antrag

Angaben für das Kalenderjahr 2026 (Befund 1.1, Einzelkrone). Bei Frontzähnen kommt ein zusätzlicher Zuschuss für die Verblendung hinzu. Alle Beträge sind unverbindlich; verbindlich ist ausschließlich Ihr individueller Heil- und Kostenplan.

Härtefallregelung

Wer ein geringes Einkommen hat, erhält den doppelten Festzuschuss. Die Kasse übernimmt dann 100 % der Regelversorgung. 2026 liegt die Einkommensgrenze bei rund 1.582 € brutto im Monat für Alleinstehende und rund 2.175 € mit einem Angehörigen. Automatisch als Härtefall gelten unter anderem Beziehende von Bürgergeld oder Grundsicherung. Liegen Sie knapp darüber, fragen Sie uns nach der gleitenden Härtefallregelung.

Einen ausführlichen Überblick über Festzuschuss und den elektronischen Heil- und Kostenplan finden Sie auch in unserem Beitrag zu Zahnersatz, Festzuschuss und eHKP.

Was kostet eine Vollkeramikkrone?

Da eine Vollkeramikkrone in der Regel als sogenannte gleichartige Versorgung gilt, zahlen Sie die Differenz zwischen dem Festzuschuss und den tatsächlichen Kosten selbst. Die folgende Übersicht gibt Ihnen eine grobe Orientierung:

KostenpunktTypischer BetragKostenträger
Regelversorgung (Metallkrone)ca. 398 €Kasse (Festzuschuss) + Eigenanteil
Vollzirkonkroneca. 565–963 €Kasse-Zuschuss + Eigenanteil
Hochwertige Vollkeramikkroneca. 840–1.140 €Kasse-Zuschuss + Eigenanteil
Festzuschuss der Kasse239–299 € (Härtefall 398 €)Krankenkasse

Durchschnitts- und Orientierungswerte, keine amtlichen Preise. Sie variieren je nach Region, Praxis, Labor und Einzelfall. Verbindlich ist allein Ihr Heil- und Kostenplan (HKP/eHKP), den wir vor Behandlungsbeginn für Sie erstellen und mit Ihrer Kasse abstimmen.

Gut zu wissen: Das zahnärztliche Honorar ist für Metall, Keramik und Zirkon gleich. Der Preisunterschied entsteht im Labor durch das Material. Über die Laborwahl lässt sich der Eigenanteil daher beeinflussen, ohne dass der Festzuschuss sinkt.

Häufige Fragen zur Vollkeramikkrone

Ist eine Vollkeramikkrone besser als eine Metallkeramikkrone?

  • Sie ist ästhetisch meist überlegen, metallfrei und sehr gut verträglich. Bei der Stabilität hat modernes Zirkonoxid die Metallkeramik weitgehend eingeholt. Welche Lösung für Sie besser ist, hängt vom betroffenen Zahn und Ihren Wünschen ab.

Zahlt die Krankenkasse eine Vollkeramikkrone?

  • Die Kasse zahlt den befundbezogenen Festzuschuss. Unabhängig vom Material. Bei einer Vollkeramikkrone tragen Sie in der Regel die Mehrkosten über die Regelversorgung hinaus selbst. Bei nachgewiesener Metallallergie kann die Kasse die Vollkeramik im Rahmen der Regelversorgung bezuschussen.

Was kostet mich eine Vollkeramikkrone unterm Strich?

  • Nach Abzug des Festzuschusses verbleibt meist ein Eigenanteil im mittleren bis hohen dreistelligen Bereich pro Zahn. Der genaue Betrag steht in Ihrem individuellen Heil- und Kostenplan.

Eignet sich Vollkeramik für Frontzähne und Backenzähne?

  • Ja. Für Frontzähne wird meist die besonders lichtdurchlässige Glaskeramik (Lithiumdisilikat) gewählt, für die stärker belasteten Backenzähne das sehr stabile Zirkonoxid.

Warum sollte ich 2026 handeln?

  • Ab dem 1. Januar 2027 sinken die gesetzlichen Festzuschüsse. Ein noch 2026 genehmigter Heil- und Kostenplan sichert Ihnen die aktuell höheren Sätze. Wenn ohnehin eine Krone ansteht, lohnt sich eine zeitnahe Beratung.